22. November 2019
BASEL

Eine weitere Nacht lang stellen wir gemeinsam mit allen Interessierten die Themen Bildung und Kritik in den Mittelpunkt. Wir hören, üben und formulieren Kritik und tragen sie in die Stadt hinaus – denn Kritik ist der Anfang von Veränderung.

Wer bestimmt was deine Bildung ist? Wer darf sich bilden und worin? Jetzt reden wir mit und denken weiter. Mit dir- eine Nacht lang.

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Über uns

Die Lange Nacht der Kritik wurde in Basel 2017 das erste Mal organisiert, in anderen Schweizer Städten bestehen ähnliche Formate unter gleichem Titel schon länger. Zu Beginn war es eine Gegenveranstaltung zu der Langen Nacht der Karriere, die an verschiedenen Schweizer Universitäten stattfindet. Man wollte damit dem marktgerichteten und ökonomistischen Bildungsverständnis dieser Veranstaltung Raum und Zeit gegenüberstellen. Dadurch sollen ebendieses Bildungsverständnis hinterfragt und vielfältigere Perspektiven auf Bildung, deren Institutionen und Formen formuliert werden können. Die Lange Nacht der Kritik in Basel wird seither von einem Kollektiv, bestehend aus Studierenden der Uni Basel und der Fachhochschulen Nordwestschweiz, sowie von Vertreter*innen anderer Bildungsorganisationen und interessierten Einzelpersonen organisiert.

Die Personen im Kollektiv eint ein Unbehagen über den fehlenden Raum und die geringe Bedeutung kritischer Auseinandersetzung in den Bildungssystemen, in denen wir uns alle in unterschiedlicher Weise bewegen. Denn unser Anliegen, das Recht auf (kritische) Bildung, steht in einem Widerspruch zu den vorherrschenden Verhältnissen und Vorstellungen, die alle gesellschaftlichen Bereiche und damit auch die Bildung formen. Soziale Ungleichheiten, Diskriminierungen und Ausbeutung durchziehen schweizerische (Bildungs-)Institutionen und prägen den Alltag vieler. Sie entscheiden darüber, wer welchen Zugang zu Bildung hat und wie diese auszusehen hat. So fungiert Bildung fungiert als ein entscheidender Faktor für Wohlstand, Teilnahme und Mitgestaltung gesellschaftlicher und politischer Prozesse und nicht zuletzt der Sicherung von Privilegien, die wir immer wieder zu besitzen merken. Es geht uns darum, eine Gegenveranstaltung in einem innerschulischen oder universitären Diskurs zu sein, wie auch unsere Kritik auf jene gesellschaftlichen Strukturen und Prozesse auszuweiten, die Menschen in ihrer individuellen und kollektiven Selbstbestimmung hindern.  Dies bedingt auch, dass wir unsere eigene Position und Verfangenheit in diesen Systemen reflektieren.

Was heisst nun Kritik? Sie ist für uns kein Mittel, um Verbesserungsvorschläge, Feedbacks oder reine Analysen zu transportieren. Die Kritik, der wir Raum geben wollen, kann und soll Handlungsimpulse und mögliche Ansatzpunkte formulieren. Dabei erschöpft sie sich aber nicht in dem Weiterdenken des Bestehenden, sondern soll gleichzeitig über die vorherrschenden Prozesse und Strukturen hinausweisen. Den grundsätzlichen Weichenstellungen der herrschenden Ordnungen, die über das (Zusammen-)Leben der Menschen bestimmen, soll ihr angeblich natürlicher und oder unveränderlicher Charakter entrissen werden. Die Kritik, die wir wollen, macht beweglich: Unmögliches soll möglich und Unerreichbares erreichbar sein. Denn die Welt muss nicht so sein, wie sie ist.